Im Dezember wird der Garten leiser. Raureif zeichnet feine Linien auf die Samenstände, zwischen kahlen Zweigen zeigen sich kleine Vogelgäste und im Gartenhaus dampft Günnis Kaffee. Gemeinsam mit Frida schaut er nach Pflanzen und Vorräten, lässt geschützte Ecken ungestört und sammelt erste Wünsche für das nächste Gartenjahr.

Dezembergarten mit Raureif auf Samenständen, kahlen Zweigen und einem Gartenhaus im warmen Morgenlicht
Günnis Gartenkalender

Dezember im Garten

Kleine Handgriffe, frische Winterernte und gemütliche Gartenmomente – Günni und Frida begleiten den Garten durch die stille Zeit.

Dezember
Pelargonien ohne Blüten stehen am hellen Fenster im Winterquartier; Gießkanne und Handschuhe liegen bereit

Diesen Monat im Garten

Ein kleiner Rundgang genügt oft

Günni zieht die Mütze tiefer und öffnet die Gartenpforte. Heute hat er keine lange Arbeitsliste dabei.

„Nur einmal nach dem Rechten sehen“, sagt er.

Frida nickt. „Auch ein ruhender Garten braucht gelegentlich Aufmerksamkeit.“

Für den Dezemberrundgang:

  • Sitzt der vorhandene Winterschutz noch richtig?
  • Stehen Pflanzgefäße sicher, und bleibt ihr Wasserabzug frei?
  • Sind Wege gut und sicher begehbar?
  • Sehen die eingelagerten Äpfel und Gemüse noch gesund aus?
  • Gibt es bei den Pflanzen im Winterquartier auffällige Blätter oder Schädlinge?

Vergilbte, abgefallene oder angeschimmelte Pflanzenteile im Winterquartier werden entfernt. Die weitere Pflege richtet sich nach der Pflanzenart und den Bedingungen am Überwinterungsplatz. Ein pauschaler Rückschnitt passt nicht zu jeder Pflanze.

Fridas Hinweis: Ein Kontrollgang muss keine neue Baustelle eröffnen. Manchmal reicht es, etwas zurechtzurücken und anschließend zufrieden die Gartenpforte zu schließen.

Aussaat & Ernte

Der Winter hat seinen eigenen Erntekorb

Ein Korb mit frisch geerntetem Grünkohl, Winterporree und Rosenkohl steht auf einer winterlichen Gartenbank

Günni schaut auf das Gemüsebeet. Zwischen den winterlichen Farben entdeckt er noch frisches Grün.

„Ganz leer ist der Garten also doch nicht.“

„Wenn wir rechtzeitig dafür gesorgt haben“, antwortet Frida.

Je nach vorherigem Anbau, Sorte und Witterung können Feldsalat, Winterporree, Grünkohl oder Rosenkohl jetzt noch geerntet werden. Pastinaken und Schwarzwurzeln können im Boden bleiben – allerdings nur so lange, wie sich die Erde für die Ernte bearbeiten lässt.

Winterhart bedeutet auch hier nicht unverwundbar. Kahlfrost und wiederholtes Frieren und Auftauen können Kulturen belasten. Ein geeignetes Gartenvlies kann zusätzlichen Schutz bieten. Bei angekündigtem Dauerfrost wird die benötigte Ernte rechtzeitig eingeplant.

Und die Aussaat?

Für unsere gewöhnlichen Freilandbeete planen wir im Dezember keine neue Aussaatrunde. Günni nutzt die Pause lieber, um seine Saatgutliste durchzusehen und Wünsche fürs Frühjahr zu notieren.

Fridas Erntehinweis: Entscheidend sind die tatsächlich angebauten Sorten und das Wetter vor Ort. Ein geschütztes Beet an der Küste kann andere Bedingungen haben als ein Garten in höherer Lage.

Natur im Garten

Kleine Gäste zwischen kahlen Zweigen

Eine Amsel sitzt im Dezember zwischen kahlen Zweigen und roten Weißdornfrüchten

Ein kurzer Ruf lässt Günni stehen bleiben. Im Strauch bewegt sich ein Vogel, dann huscht ein zweiter hinterher.

Ohne das dichte Sommerlaub lassen sich viele Gartenbesucher leichter entdecken. Beerensträucher und stehen gebliebene Samenstände bieten ihnen zugleich natürliche Nahrung.

Günni beobachtet vom Gartenhaus aus. Wer draußen zuschaut, hält ausreichend Abstand und vermeidet es, die Tiere immer wieder aufzuscheuchen. Gerade im Winter sollen sie ihre Energie für Nahrungssuche und Kälteschutz behalten.

Laub- und Reisigecken sowie geeignete trockene Pflanzenstängel bleiben weiterhin ungestört. Auch wenn dort nichts zu sehen ist, können sie wichtige Rückzugsorte sein.

Günnis Beobachtungstipp: Schau einmal fünf Minuten lang an dieselbe Stelle. Oft beginnt das kleine Gartentheater erst, wenn man selbst ruhig geworden ist.

Wetterblick im Dezember

Raureif ist möglich – Schnee kein Versprechen

An einem Morgen glitzert das Gras, am nächsten trommelt Regen ans Gartenhaus. Günni hätte gern eine Schneedecke. Frida nimmt vorsichtshalber die wetterfeste Jacke mit.

Unser Dezembergarten kann sehr unterschiedlich aussehen. Deshalb planen die beiden ihre Handgriffe nach den tatsächlichen Bedingungen und der örtlichen Vorhersage.

Für den Rundgang:

  • Bei Glätte vorsichtig unterwegs sein.
  • Durchnässte Beete möglichst nicht betreten.
  • Vor angekündigtem Frost empfindliche Pflanzen und Vorräte prüfen.
  • Kleine Arbeiten in passende trockene Stunden legen.

Günnis Wetterweisheit: „Für Schnee habe ich einen Wunsch. Für den Gartenrundgang habe ich feste Schuhe.“

Alte Bauernregel

„Wenn Winde wehen im Advent,
so wird uns viel Obst gesend’t.“

Günni schaut zum Obstbaum und dann zu Frida.

„Kann ich die Erntekisten also schon bereitstellen?“

„Du kannst sie bereitstellen“, sagt sie. „Wie voll sie werden, sehen wir später.“

Der Reim ist eine überlieferte Dezember-Bauernregel. Er gehört zur Wettergeschichte und ist kein verlässlicher Ernteplan für das kommende Jahr.

Hundertjähriger Kalender

Ein Leseabend im Gartenhaus

Günni blättert im alten Wetterkalender. Auf dem Tisch stehen sein Becher und ein kleiner Teller Gebäck.

„Ob der wohl weiße Weihnachten verspricht?“

Frida schaut zum Fenster. „Für unseren Spaziergang sehen wir lieber in den aktuellen Wetterbericht.“

Der Hundertjährige Kalender bekommt bei den beiden einen Platz als historische Lektüre. Ihre Gartenentscheidungen richten sie nach heutigen Vorhersagen und den Bedingungen vor Ort.

Günni legt ein Lesezeichen zwischen die Seiten. Dann schaut er hinaus. Für heute gefällt ihm der echte Garten ohnehin besser als jede gedruckte Wettergeschichte.

Gartenwissen

Vorräte brauchen einen Kontrollblick

Gesunde Lageräpfel und in Sand gelagerte Möhren und Pastinaken stehen in getrennten Holzkisten

Im Regal liegt ein Apfel mit einer auffälligen Stelle. Günni nimmt ihn heraus.

„Gut, dass wir nachgesehen haben“, sagt Frida.

Für längere Lagerung eignet sich gesundes, unbeschädigtes Erntegut. Die passenden Bedingungen unterscheiden sich je nach Obst- und Gemüseart; ein warmer, trockener Keller ist für viele klassische Wintervorräte ungünstig.

Die Bestände werden regelmäßig kontrolliert. Faulendes oder schimmelndes Erntegut wird aussortiert, bevor benachbarte Stücke betroffen sind.

Fridas Vorratstipp: Mach die Kontrolle zur kleinen Gewohnheit. Wer weiß, was noch da ist, bekommt oft ganz nebenbei eine gute Idee fürs nächste Essen.

Advent im Garten

Gemütlich werden – und dunkle Ecken bewahren

Dezente warme Adventsbeleuchtung am Gartenhaus; die umliegenden Sträucher und Gartenecken bleiben dunkel

Günni überlegt, wo ein wenig Adventsschmuck hinpassen könnte. Frida schaut auf die Sträucher hinter dem Gartenhaus.

„Dort lassen wir es dunkel.“

Künstliches Licht kann den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Tieren beeinflussen. Deshalb bleibt die Beleuchtung sparsam und zeitlich begrenzt. Benötigtes Außenlicht wird möglichst nach unten gerichtet, statt den ganzen Garten auszuleuchten.

Für unsere Adventsecke heißt das: zurückhaltende Beleuchtung am Aufenthaltsbereich, keine angestrahlten Rückzugsorte und anschließend wieder Dunkelheit.

Günnis Adventsgedanke: „Ein gemütlicher Platz reicht. Der Rest des Gartens darf Feierabend haben.“

Günnis Tipp

Ein Gartenwunsch unter dem Weihnachtsbaum

Günni und Frida sitzen im Gartenhaus am Wunschzettel; neben Günni steht ein dampfender Becher Kaffee

Günni hat einen Wunschzettel angefangen. Nach drei Zeilen hält er inne.

„Brauche ich das eigentlich alles?“

Frida setzt sich dazu. Gemeinsam überlegen sie, was im nächsten Jahr wirklich Freude machen würde: ein Ersatz für das verschlissene Werkzeug, Saatgut für eine neue Lieblingssorte oder Zeit für ein gemeinsames Gartenprojekt.

Für deinen Gartenwunschzettel:

  • Was fehlt dir bei der täglichen Gartenarbeit tatsächlich?
  • Welche kleine Idee möchtest du ausprobieren?
  • Mit wem würdest du gern einen Gartennachmittag verbringen?

Günni streicht zwei Dinge durch und ergänzt eine neue Zeile: „Mehr Kaffee mit Besuch.“

„Manche Gartenwünsche passen in keine Geschenkverpackung.“ Euer Günni

Fridas Gartenküche

Wintergemüse trifft Adventsduft

Ein warmer Bratapfel mit Nüssen und Rosinen steht auf einem rustikalen Tisch im gemütlichen Gartenhaus

Aus Fridas Küche kommt ein vertrauter Duft. Günni bleibt schon an der Tür stehen.

„Apfel?“

„Und ein bisschen Vorfreude“, antwortet sie.

Für unsere Dezemberküche sammeln wir Ideen mit gelagerten Äpfeln, Wurzelgemüse und winterlichem Kohl: ein duftender Bratapfel, herzhaftes Ofengemüse oder ein gemütliches Kohlgericht nach dem Gartenrundgang.

Die vollständigen Rezepte bekommen ihren eigenen Platz in Fridas Gartenküche. Im Kalender nehmen wir die Anregungen mit – und lassen noch etwas Appetit für später übrig.

Fridas Gartenküche entdecken

Günnis eigene Gartenregel

„Ist im Dezember die Gartenbank kalt,
macht ein Kaffee die Hände warm bald.“

Günni liest seinen Reim noch einmal und nickt zufrieden.

Dann trägt er den Becher ins Gartenhaus. Draußen bleiben die Samenstände stehen, ein Vogel hüpft durch den Strauch und hinter der Scheibe wird es langsam gemütlich.

Von Günni frei erfunden – mit einem Augenzwinkern.

Fridas Quellenregal

Die fachlichen Hinweise zu Winterernte, Vorräten und Pflanzenkontrolle stützen sich auf die Bayerische Gartenakademie sowie ihre veröffentlichten Gartentipps beim Landkreis Lichtenfels. Für Naturbeobachtung, Rückzugsorte und Gartenbeleuchtung wurden NABU-Quellen verwendet. Die Bauernregel stammt aus der Dezember-Sammlung von wetter.de.

Recherche und Prüfung: 3. Oktober 2026.
Pflanzenart, Sorte, Region und aktuelles Wetter bleiben für die Gartenpraxis entscheidend.

Quellen und weiterführendes Wissen