Horsts Werkstatt

Horst baut ein Eichhörnchenfutterhaus – Ein sicherer Platz für kleine Nussliebhaber

Ein neugieriger Gartenbesucher, Günnis nächste Idee und Horst, der aus Holz ein Futterhaus mit festem Dach und sicherem, offenem Zugang baut.

Ein kleines Haus für flinke Gartenbesucher

Im Herbst gibt es in Günnis Garten wieder einiges zu beobachten. Zwischen bunten Blättern, Sträuchern und Bäumen huschen Eichhörnchen umher. Mal verschwinden sie mit einer Nuss im Maul, mal turnen sie geschickt durch die Äste.

Günni könnte ihnen stundenlang zuschauen. Und wie das bei Günni so ist, dauert es nicht lange, bis aus einer Beobachtung eine Idee wird: Ein eigenes Eichhörnchenfutterhaus soll her!

Natürlich führt ihn sein erster Weg zu Horst. Denn Günni hat die Ideen – und Horst sorgt dafür, dass am Ende etwas Ordentliches daraus wird.

Horst und Günni betrachten einen Bauplan und vorbereitete Holzteile in der Werkstatt.
Horst und Günni planen das Futterhaus gemeinsam an der Werkbank.

„Horst, ich hätte da mal wieder eine Idee!“

Als Günni in der Werkstatt auftaucht, ist Horst gerade dabei, seine Werkbank aufzuräumen.

„Horst, wir brauchen ein Haus!“

Horst schaut auf. „Nicht schon wieder! Für wen denn diesmal?“

„Für die Eichhörnchen! Mit einem Dach gegen Regen und einem schönen Platz für die Nüsse.“

Horst grinst. „Und du hast dir bestimmt schon überlegt, wie es aussehen soll?“

„Na klar! Hauptsache, die Eichhörnchen kommen gut an die Nüsse.“

„Dann sind wir uns ja einig“, antwortet Horst und greift nach seinem Zollstock. „Aber diesmal achten wir ganz besonders darauf, dass sich die Tiere nicht verletzen können.“

Horsts Grundsatz: „Erst genau planen, dann die Säge anwerfen!“

Sicherheit geht vor – ohne gefährliche Klappe

Viele klassische Eichhörnchenfutterhäuser haben einen aufklappbaren Futterdeckel. Eine schwere, ungesicherte Klappe oder zu kleine Öffnungen können für die Tiere gefährlich werden.

Deshalb setzt Horst bei diesem Modell auf ein fest verschraubtes, überstehendes Dach und eine transparente Front. Darüber bleibt ein durchgehend offener Zugriffsspalt von ungefähr 40 mm. Von der vorderen Plattform aus können die Eichhörnchen ans Futter gelangen, ohne einen Deckel anheben zu müssen.

  • Keine schwere, frei fallende Klappe und keine engen runden Futterlöcher.
  • Sauber geschliffene Holz- und Acrylkanten, keine vorstehenden Schraubenspitzen.
  • Stabile Plattform, sichere Befestigung und zugängliche Reinigung.

„Ein Futterhaus muss nicht kompliziert sein“, sagt Horst. „Es muss vor allem sicher funktionieren!“

Das richtige Material und Werkzeug

Horst verwendet trockenes, unbehandeltes Massivholz. Für Boden, Rückwand und Seitenwände gilt eine Holzstärke von 18 mm; die Dachplatte kann 12–18 mm stark sein. Chemische Mittel bleiben von den Innenflächen fern.

Material

  • Unbehandeltes Massivholz gemäß der folgenden Zuschnittliste
  • 1 transparente Acrylglasscheibe, 210 × 140 × 3 mm, mit entgrateten Kanten
  • Etwa 18–24 rostbeständige Holzschrauben, 3,5–4 × 35–45 mm, passend zur Verbindung
  • 4 geeignete lösbare Dachschrauben, ohne Durchstoßen der Holzplatte
  • 2–4 Befestigungsschrauben beziehungsweise eine passende baumschonende Halterung für den Standort

Werkzeug

  • Zollstock oder Maßband, Winkel, Bleistift und Säge
  • Schraubzwingen, Akkuschrauber und passender Holzbohrer
  • 6-mm-Holzbohrer, Schleifpapier K120/K180 und feine Feile
  • Geeignete Fräse oder Nutfräsaufsatz für die seitlichen Scheibenführungen
  • Schutzbrille und geeignete persönliche Schutzausrüstung

Sicher arbeiten: Holz beim Sägen und Bohren einspannen, Schutzbrille tragen und die Hinweise der Werkzeuge beachten.

Die vollständige Zuschnittliste

Horst misst lieber zweimal. Alle Angaben sind Fertigmaße in Millimetern aus unserem Bauplan V1.1:

  • 1 Boden mit Plattform: 240 × 250 × 18 mm
  • 1 Rückwand: 240 × 225 × 18 mm; obere Kante an die Dachschräge anpassen
  • 2 Seitenwände: je 142 mm tief, hinten 220 mm und vorne 180 mm hoch, 18 mm stark; trapezförmig
  • 1 Dachplatte: 280 × 230 × 12–18 mm
  • 1 Acrylfront: 210 × 140 × 3 mm

Die beiden Seitenteile stehen vor der 18 mm starken Rückwand. So ergibt sich eine Gehäusetiefe von 160 mm und auf dem 250 mm tiefen Boden bleiben vorne 90 mm Plattform.

Die Innenbreite zwischen den Seitenwänden beträgt 204 mm. Die 210 mm breite Acrylfront läuft daher jeweils ungefähr 3 mm in einer seitlichen Führungsnut. Sie ist zum Reinigen herausnehmbar.

Horsts Tipp: „Die kleinen Maßunterschiede machen beim Zusammenbauen den großen Unterschied. Vorher trocken zusammenstellen!“

Horsts Bauplan zum Ausdrucken

Damit in der Werkstatt nichts zwischen Zollstock und Sägespänen verloren geht, steht der sechsseitige GGW-Bauplan V1.1 als PDF bereit.

Er enthält die vollständige Material- und Zuschnittliste, schematische Maßzeichnungen, die Scheibenführung, neun Montageschritte sowie Hinweise zu Standort, Futter und Reinigung.

Wichtig: Die Werkstattbilder erzählen unsere Geschichte. Für das Nachbauen gelten die Maße und Hinweise im PDF. Die Werkstücke vor dem endgültigen Verschrauben probeweise zusammenstellen.

Horst arbeitet am transparenten Frontteil des Eichhörnchenfutterhauses, während Günni zuschaut.
Horst zeigt Günni den Einbau der transparenten Front – die genaue Konstruktion erklärt der Bauplan.

Jetzt wird gebaut – Schritt für Schritt

  1. Holzteile zuschneiden: Boden, Rückwand, zwei trapezförmige Seiten und Dach nach der Zuschnittliste anzeichnen und sägen. Die Seiten fallen von 220 mm hinten auf 180 mm vorne ab.
  2. Rückwandoberkante anpassen: Die obere Kante passend zur Dachneigung anschrägen. Laut Plan beträgt die Höhe dort hinten ungefähr 225 mm, vorne ungefähr 220 mm über der Bodenoberseite.
  3. Alle Kanten schleifen: Splitter und scharfe Stellen beseitigen. Acrylkanten entgraten und Schutzfolie möglichst bis zum Ende belassen.
  4. Führungsnuten fräsen: In beide einander zugewandten Seiteninnenseiten senkrechte Nuten herstellen. Sie sind im Bauplan ungefähr 4 mm tief und 4 mm breit, liegen bei etwa 154 mm von der hinteren Bodenkante und reichen mindestens 145 mm nach oben. Scheibe vorab probeweise einsetzen.
  5. Drainage bohren: Vier 6-mm-Ablauflöcher im hinteren Bodenbereich herstellen und die Bohrgrate entfernen.
  6. Gehäuse verschrauben: Rückwand hinten bündig auf dem Boden montieren; Seiten von der 18-mm-Linie bis zur 160-mm-Linie ausrichten und verschrauben. Alle Bohrungen vorbohren und Schraubenspitzen kontrollieren.
  7. Acrylfront einsetzen: Die 210 × 140 × 3 mm große Scheibe von oben in die Nuten schieben. Ihre Unterkante ruht auf dem Boden. Sie soll sicher sitzen, nicht klemmen und wieder entnommen werden können.
  8. Dach festschrauben: Dachplatte auf die geneigten Oberkanten legen, mit seitlichem Überstand ausrichten und mit vier lösbaren Schrauben befestigen. Oberhalb der Scheibe muss der freie Zugang von ungefähr 40 mm bleiben.
  9. Standort und Sicherheit prüfen: Das Haus stabil befestigen, auf lockere Teile und scharfe Kanten prüfen. Nichts darf kippen oder klemmen.

Horst kontrolliert zum Schluss besonders die Front: „Scheibe fest? Spalt frei? Dach sicher? Dann passt’s!“

Horsts letzter Sicherheitscheck

Bevor das Haus in den Garten kommt, schaut Horst ganz genau hin:

  • Steht die Plattform stabil und sind sämtliche Verschraubungen fest?
  • Sind die Kanten abgerundet, die Schraubenköpfe bündig und die Acrylkanten glatt?
  • Ist die Scheibe sicher geführt und für die Reinigung entnehmbar?
  • Ist der Zugang über der Scheibe durchgehend offen und ungefähr 40 mm hoch?
  • Ist das Dach fest, aber für die Grundreinigung abschraubbar?

Günni schaut begeistert zu. „Sind wir jetzt fertig?“

Horst betrachtet das Haus noch einmal. „Fast. Jetzt müssen wir nur noch einen vernünftigen Platz finden.“

„Keine scharfen Ecken, keine wackeligen Teile – und schon gar keinen Deckel, der zufallen kann!“

Günni mit roter Mütze und Horst in grüner Latzhose zeigen das fertige Holzfutterhaus in der Werkstatt.
Horst präsentiert Günni das fertige Eichhörnchenfutterhaus auf der Werkbank.

„So, Günni. Dein Futterhaus ist fertig!“

Als die letzte Schraube kontrolliert ist, stellt Horst das fertige Haus auf die Werkbank. Günni betrachtet es von allen Seiten.

„Horst, das ist ja richtig schön geworden!“

„Vor allem ist es ordentlich gebaut.“

„Meinst du, die Eichhörnchen werden es mögen?“

Horst schmunzelt. „Das entscheiden sie selbst. Wir können nur dafür sorgen, dass sie es sicher benutzen können.“

Günni grinst. „Dann suchen wir jetzt den schönsten Platz im Garten!“

Günni richtet im herbstlichen Garten ein Eichhörnchenfutterhaus an einem Holzpfosten aus.
Günni sucht im herbstlichen Garten den passenden Platz für das Futterhaus.

Der richtige Platz im Garten

Am besten steht das Futterhaus erhöht und nahe einem Baum, damit Eichhörnchen bei Gefahr schnell in die Äste oder dichte Deckung flüchten können. Der Standort soll möglichst geschützt sein und das Futter trocken halten.

Günni entscheidet sich für einen Platz an einer stabilen Unterkonstruktion in Baumnähe. Horst achtet darauf, dass die Befestigung nicht wackelt und ein lebender Baum möglichst nicht verletzt wird. Geeignete Halterungen und Schrauben richten sich immer nach dem tatsächlichen Untergrund.

Die Befestigung muss regelmäßig kontrolliert werden. Beim Aufstellen und Reinigen auf sicheren Stand achten, insbesondere auf Leitern.

„Hier können sie ihre Nüsse mit Gartenblick genießen!“, freut sich Günni.

Was kommt ins Eichhörnchenfutterhaus?

Für die Futterstelle eignen sich vor allem ungesalzene, ungeröstete Hasel- und Walnüsse, gerne mit Schale. Auch Sonnenblumenkerne und Bucheckern können angeboten werden. Gelegentlich darf ein kleines Stück Apfel dazukommen.

Horst empfiehlt, nur kleine Mengen auszulegen. Futterreste, Schalen und feuchtes Futter regelmäßig entfernen; bei Schimmel sofort vollständig ausräumen und reinigen.

Eine flache Wasserschale in der Nähe ist eine sinnvolle Ergänzung. Frisches Wasser häufig wechseln und die Schale regelmäßig säubern.

Zur Grundreinigung das Dach abschrauben, die Acrylscheibe nach oben herausziehen, die Futterkammer mit heißem Wasser und Bürste reinigen und vollständig trocknen lassen. Erst danach alles sicher zusammensetzen und neu befüllen.

„Ein sauberes Futterhaus ist wichtiger als eine randvolle Vorratskammer“, meint Horst.

Ein neues kleines Haus in Günnis Garten

Günni betrachtet das fertige Futterhaus und lächelt. „Horst, meinst du, die Eichhörnchen kommen bald?“

Horst lehnt sich zurück. „Das werden sie uns schon zeigen. Wenn sie es nutzen, haben wir etwas Gutes ergänzt – ob und wann, entscheiden die Tiere.“

Vielleicht entdeckt schon bald ein neugieriges Eichhörnchen die neue Futterstelle. Und wenn nicht heute, dann vielleicht morgen. In Günnis Garten braucht selbst die schönste Idee manchmal etwas Geduld.

Und Horst? Der räumt erst einmal seine Werkbank auf. Schließlich weiß er, dass Günni bestimmt schon die nächste Idee hat.

Ein naturnaher Garten bleibt das Wichtigste: Gehölze, Samen, Nüsse und natürliche Rückzugsorte kann keine zusätzliche Futterstelle ersetzen.

Fachliche Orientierung: GGW-Bauplan Eichhörnchen-Futterhaus V1.1, BUND Naturschutz in Bayern (Eichhörnchen) und aktion tier (Gefahren von Futterkasten-Klappen); nähere Hinweise im PDF.