Fridas Gartenküche

Petersilie – viel mehr als ein grüner Klecks

Frisch · würzig · leicht pfeffrig

Manchmal steht sie ganz selbstverständlich am Tellerrand. Dabei hätte Petersilie eigentlich einen Platz mitten im Gericht verdient. Sie bringt Frische an Kartoffeln, macht aus Quark einen Kräuterdip und spielt in Salaten sogar die Hauptrolle. Ob glatt oder kraus: Dieses vertraute Küchenkraut lohnt einen zweiten Blick.

Fridas Steckbrief

Botanischer Name
Petroselinum crispum (Mill.) Fuss
Pflanzenfamilie
Doldenblütler · Apiaceae
Lebensdauer
In der Gartenkultur gewöhnlich zweijährig
Wuchshöhe
Blattpflanze meist etwa 30–45 cm; Blütenstängel im zweiten Jahr etwa 30–70 cm
Blüte
Kleine, gelbgrüne Blüten in zusammengesetzten Dolden
Verwendeter Teil
Bei Blattpetersilie die Blätter und zarten Stiele
Aroma
Frisch, würzig, leicht pfeffrig
Besonderheit
Im ersten Jahr steht das Blattwachstum im Vordergrund, im zweiten die Blüten- und Samenbildung.
Kräftige glatte Petersilie in einem Terrakottatopf

Petersilie wächst in der Gartenkultur gewöhnlich zweijährig: zunächst vor allem Blätter, im zweiten Jahr Blüten und Samen.

Herkunft & Geschichte

Die Petersilie stammt aus dem Mittelmeerraum. Kew nennt Nordwestafrika und die Balkanhalbinsel als natürliches Verbreitungsgebiet. Durch ihre lange Kulturgeschichte ist sie heute weit darüber hinaus verbreitet.

Bereits im Mittelalter wurde sie in europäischen Kloster- und herrschaftlichen Gärten angebaut. Aus dem traditionsreichen Gartenkraut ist ein fester Bestandteil vieler Küchen geworden – vom Kräuterquark bis zum petersilienreichen Taboulé.

Ein vertrautes Küchenkraut

Petersilie im eigenen Garten

Petersilie wächst sonnig bis halbschattig. Sie braucht einen lockeren, nährstoffreichen Boden, der Feuchtigkeit hält, ohne zu vernässen. Auch ein ausreichend großes Pflanzgefäß eignet sich.

Petersiliensamen in einer Saatrille neben einer Holzschale

Aussaat mit Geduld

Eine Freilandaussaat ist etwa ab April möglich, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist. Die Samen leicht mit Erde bedecken und gleichmäßig feucht halten. Die Keimung kann mehrere Wochen dauern; in kaltem Boden braucht Petersilie besonders lange. Alternativ lassen sich Jungpflanzen aus der Gärtnerei setzen.

Petersilie im Topf wird vorsichtig an der Erde gegossen

Pflege und Standortwechsel

Regelmäßig gießen und Staunässe vermeiden. Im Beet sollte Petersilie nicht ständig an dieselbe Stelle zurückkehren. Auch die Vorkultur zählt: Nach verwandten Doldenblütlern wie Möhren ist ein anderer Platz sinnvoll. Bei wiederholten Aussaatproblemen kann die Kultur in Gefäßen mit frischer, durchlässiger Erde helfen.

Äußere Petersilienstiele werden mit einer Schere geerntet

Ernten und weiterwachsen lassen

Sobald die Pflanze kräftig genug ist, einzelne äußere Blattstiele möglichst weit unten abschneiden. Das junge Herz in der Mitte bleibt stehen. Für kontinuierlichen Nachschub regelmäßig neue Pflanzen heranziehen; im zweiten Jahr geht die Petersilie zur Blütenbildung über.

Gelbgrüne Blütendolden einer Petersilie im zweiten Jahr

Wenn Petersilie blüht

Im zweiten Jahr bildet Petersilie Blütenstängel mit kleinen gelbgrünen Dolden und anschließend Samen. Für die laufende Ernte frischer Küchenblätter werden besser neue Pflanzen herangezogen.

Frischer Petersilienbund in einem leicht feuchten Leinentuch

Frisch aus dem Garten

Aroma, Qualität & Aufbewahrung

Gute Petersilie hat kräftig grüne, frische Blätter. Glatte Petersilie schmeckt häufig intensiver, krause meist etwas milder; Sorte und Kulturbedingungen beeinflussen das Aroma ebenfalls.

  • Auf kräftig grüne, frische Blätter achten
  • Im Kühlschrank einige Tage in leicht feuchtem Tuch aufbewahren
  • Vor der Verarbeitung waschen und gut abtrocknen
  • Erst kurz vor dem Essen schneiden
  • Für längere Vorratshaltung einfrieren

Getrocknete Petersilie verliert deutlich an Frische und Würzkraft.

Frisch, grün & vielseitig

Petersilie in Fridas Küche

Petersilienkartoffeln in einer Keramikschale

Kartoffeln & Gemüse

Über fertige Salzkartoffeln streuen oder gegartes Gemüse damit abrunden.

Kräuterquark mit frischer Petersilie und Brot

Quark, Butter & Dips

Fein gehackt mit Quark oder weicher Butter vermischen.

Petersilienreiches Taboulé mit Tomaten und Bulgur

Salate & kalte Gerichte

In Taboulé darf Petersilie eine Hauptzutat sein; auch Dressings profitieren von ihrer Frische.

Petersilienpesto mit Pinienkernen, Knoblauch und Käse

Pesto & Kräutersaucen

Mit Nüssen oder Kernen, Öl und passenden weiteren Zutaten zu einer würzigen Begleitung verarbeiten. Bei warmen Gerichten die Blätter möglichst erst am Ende hinzufügen, damit Farbe und Aroma erhalten bleiben.

Schon gewusst?

Eine Art, verschiedene Talente

Glatte und krause Petersilie gehören zur gleichen Pflanzenart. Daneben gibt es Wurzelpetersilie: Sie wird vor allem wegen ihrer verdickten, essbaren Wurzel angebaut. Wer Petersilienwurzeln ernten möchte, sollte deshalb gezielt Wurzelpetersilie aussäen – gewöhnliche Blattpetersilie ist dafür kein gleichwertiger Ersatz.

Glatte PetersilieHäufig kräftiger im GeschmackTypische flache, geteilte Blätter
Krause PetersilieMeist etwas milderStark gekräuselte Blätter

Das Aroma hängt auch von der Sorte und den Kulturbedingungen ab.

Glatte Petersilie links und krause Petersilie rechts im direkten Vergleich

Traditionelle Pflanzenkunde

Traditionelle Verwendung & bewusster Umgang

Petersilie besitzt auch eine Geschichte als Heilpflanze. Für unseren Küchenbeitrag stehen jedoch Geschmack und Gartenpraxis im Mittelpunkt; daraus leiten wir keine Heilwirkung ab.

Gut zu wissen

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Küchenblättern und Samen beziehungsweise konzentriertem Petersilienöl. Besonders die Samen enthalten apiolhaltiges ätherisches Öl und gehören nicht in die Küche. Für unsere Gartenpraxis empfehlen wir, die Blatternte mit beginnender Blüte zu beenden und junge Pflanzen nachzuziehen. Die Blätter nicht blühender Küchenpetersilie bleiben das vertraute Würzkraut.

Gefrorene Petersilienblätter werden im geschlossenen Gefrierbeutel zerdrückt

Fridas Tipp

Petersilie auf Vorrat

„Wenn mehr Petersilie erntereif ist, als du gerade brauchst: waschen, gründlich trocknen und die Blätter in einem Gefrierbeutel einfrieren. Durchgefroren lassen sie sich direkt im geschlossenen Beutel klein zerdrücken. So hast du ohne langes Hacken einen praktischen Kräutervorrat.“