Fridas Gartenküche

Dill

Frisch · würzig · feinherb

Kaum ein Küchenkraut duftet so unverkennbar nach Sommer wie Dill. Seine federleichten Blätter bringen frische Würze in Gurkensalat, Kartoffelgerichte und cremige Soßen, während Blütendolden und reife Früchte kräftigere, wärmere Aromen beisteuern. Im Garten zeigt sich Dill unkompliziert – vorausgesetzt, er bekommt Sonne, ausreichend Wasser und darf möglichst ungestört an seinem Platz wachsen.

Fridas Steckbrief

Botanischer Name
Anethum graveolens L.
Pflanzenfamilie
Doldenblütler · Apiaceae
Lebensdauer
einjährig
Wuchshöhe
meist 60–120 cm, je nach Sorte und Standort bis etwa 150 cm
Blütezeit
meist Juni bis August
Blüten
kleine gelbe Einzelblüten in großen, flachen Doppeldolden
Verwendete Teile
Blätter, junge Triebspitzen, Blüten und reife Früchte
Aroma
frisch, würzig und leicht anisartig; die Früchte schmecken kräftiger und wärmer
Besonderheit
offene Blütendolden locken Bestäuber und nützliche Insekten an
Dillpflanze mit feinem grünen Laub und gelben Doppeldolden

Herkunft & Geschichte

Die ursprüngliche Heimat des Dills liegt nach heutiger botanischer Einordnung in Nordafrika und Westasien. Von dort gelangte das aromatische Kraut schon früh in verschiedene Kultur- und Küchenräume.

Archäobotanische Untersuchungen weisen Dill unter anderem bereits in frühen Siedlungsschichten des Nildeltas nach. Auch aus dem römischen London sind Pflanzenreste von Dill bekannt. Das zeigt, dass die Pflanze schon in der Antike als Kultur- und Würzpflanze weit über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus genutzt wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Dill sowohl als Küchenkraut als auch traditionell bei Verdauungsbeschwerden verwendet. Heute ist er besonders in der nord-, mittel- und osteuropäischen Küche fest verankert. Dort gehört er zu Gurken, Kartoffeln, Fisch, eingelegtem Gemüse und cremigen Soßen beinahe selbstverständlich dazu.

Sonne, Wasser & wenig Störung

Dill im eigenen Garten

Dill bevorzugt einen sonnigen, möglichst windgeschützten Platz. Der Boden sollte locker, durchlässig und dennoch gleichmäßig feucht sein. Staunässe bekommt ihm ebenso wenig wie länger anhaltende Trockenheit.

Dillfrüchte werden direkt in eine flache Saatrille ausgesät

Aussaat

Dill wird am besten direkt an seinem späteren Standort ausgesät. Seine lange Pfahlwurzel macht ihn empfindlicher gegenüber dem Verpflanzen. Die Aussaat kann im Frühjahr beginnen, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Wer regelmäßig frische Blätter ernten möchte, sät ungefähr alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen nach.

Dill wird bodennah gegossen und mit einer lockeren Stütze gesichert

Pflege

Dill ist pflegeleicht, sollte aber besonders während trockener Perioden gleichmäßig gegossen werden. Eine zurückhaltende Nährstoffversorgung genügt. Unkraut vorsichtig entfernen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Hohe Sorten profitieren an windigen Plätzen von einer lockeren Stütze.

Gelbe Dilldolde mit einer Schwebfliege als Blütenbesucher

Blüte & Gartenwert

Ab dem Sommer erscheinen die gelben Doldenblüten. Mit ihren vielen kleinen, offen zugänglichen Blüten bieten sie Nahrung für unterschiedliche Insekten. Besonders kleine Wildbienen, Schwebfliegen, Schlupfwespen und andere nützliche Gartenhelfer können sie gut erreichen.

Frische Dillspitzen werden über einer Blattverzweigung geschnitten

Ernte

Blätter und junge Triebspitzen können geerntet werden, sobald die Pflanzen kräftig genug sind. Am aromatischsten sind sie meist vor oder zu Beginn der Blüte. Für Dillfrüchte einige Dolden ausreifen und bräunlich werden lassen, anschließend abschneiden und luftig nachtrocknen.

Frischer Dill im Wasserglas und getrocknete Dillfrüchte in einem Vorratsglas

Frisch oder kräftig

Aroma, Qualität & Aufbewahrung

Frische Dillblätter besitzen ein leichtes, grünes und fein würziges Aroma mit einer dezenten anisartigen Note. Die reifen Dillfrüchte schmecken deutlich kräftiger, wärmer und etwas herber. Die Zusammensetzung der aromatischen Stoffe unterscheidet sich je nach Pflanzenteil. Deshalb können Blätter und Früchte in einem Gericht nicht immer einfach gegeneinander ausgetauscht werden.

  • kräftig grüne, feine Blätter
  • frischer, typisch würziger Duft
  • keine gelben oder schleimigen Stellen
  • nicht welk oder ausgetrocknet

Kurzfristig hält sich Dill im Kühlschrank, wenn die Stiele in ein Glas mit wenig Wasser gestellt oder in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden. Für eine längere Aufbewahrung ist Einfrieren meist besser geeignet als Trocknen. Vollständig getrocknete Dillfrüchte werden luftdicht, dunkel und kühl aufbewahrt.

Sommerwürze aus Fridas Küche

Dill in Fridas Küche

Lachs mit frischem Dill und Zitrone

Fisch & Meeresküche

Dill gehört zu den klassischen Begleitern von Lachs, Forelle, Matjes und anderen Fischgerichten. Besonders gut harmoniert er mit Zitrone, Senf, Gurke und milden Sahne- oder Joghurtsaucen. Gehackten Dill möglichst erst kurz vor dem Servieren hinzugeben.

Gurken-Kartoffel-Salat mit frischem Dill

Kartoffeln, Gurken & Gemüse

Pellkartoffeln, Gurkensalat, Schmorgurken, grüne Bohnen und junge Möhren gewinnen durch Dill eine frische, sommerliche Note. Auch in Gemüsepfannen und hellen Suppen funktioniert er gut. Bei warmen Gerichten nur kurz mitziehen lassen.

Cremiger Dilldip mit Brot und frischem Gemüse

Quark, Joghurt & cremige Soßen

Dill passt hervorragend zu Quark, Frischkäse, Joghurt und saurer Sahne. Gemeinsam mit etwas Zitrone, Salz und Pfeffer entsteht schnell ein Dip für Kartoffeln, Rohkost oder Brot. Auch in Dressings und kalten Kräutersoßen kann Dill eine Hauptrolle übernehmen.

Einmachglas mit Gurken, Dilldolden und Gewürzen

Einlegen & Würzen

Blütendolden und Dillfrüchte besitzen ein kräftigeres Aroma als die jungen Blätter. Sie eignen sich besonders für eingelegte Gurken, würzige Essigaufgüsse und Gemüsekonserven. Leicht angestoßene Dillfrüchte können außerdem Brot, Kohlgerichte und herzhafte Eintöpfe würzen.

Schon gewusst?

Dillsamen sind botanisch gesehen Früchte

Was in der Küche gewöhnlich als Dillsamen bezeichnet wird, sind botanisch die trockenen Früchte der Pflanze. Wie bei vielen Doldenblütlern zerfällt die reife Frucht in zwei einzelne Teilfrüchte. Die Bezeichnung Dillsamen ist im Küchenalltag trotzdem üblich.

Blätterfrische, grüne Würzefein und leicht anisartig
Blütenmild aromatisch und dekorativbesonders schön zum Einlegen
Früchtekonzentriertere Gewürznotekräftiger, wärmer und etwas herber
Dillblätter, gelbe Dillblüten und reife Dillfrüchte im Vergleich

Traditionelle Pflanzenkunde

Traditionelle Verwendung & Gesundheit

Dill und seine Früchte wurden traditionell vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen verwendet. Diese überlieferte Nutzung ist historisch dokumentiert; sie darf jedoch nicht mit einem wissenschaftlich gesicherten Heilversprechen gleichgesetzt werden. Übersichtsarbeiten berichten zwar über verschiedene Labor- und Tierversuche, daraus lässt sich aber keine allgemeine medizinische Wirksamkeit für Menschen ableiten.

Gut zu wissen

Die Verwendung üblicher Mengen von frischem Dill oder Dillfrüchten in der Küche ist von hoch konzentriertem ätherischem Dillöl zu unterscheiden. Ätherische Öle sind keine gewöhnlichen Küchenzutaten und sollten nicht ohne fachkundige Beratung innerlich angewendet werden. Dieser Abschnitt dient ausschließlich der sachlichen Einordnung und ersetzt keine medizinische Beratung.

Fein geschnittener Dill wird portionsweise in einer Eiswürfelform eingefroren

Fridas Tipp

Dill portionsweise in kleinen Würfeln einfrieren

Dafür den Dill waschen, wirklich gut trocknen und fein schneiden. Anschließend in eine Eiswürfelform geben, mit wenig Wasser auffüllen und einfrieren. Die gefrorenen Würfel kommen danach in einen beschrifteten Gefrierbehälter.

So lässt sich Dill direkt zu Kartoffeln, Suppen oder Soßen geben. Für kalte Gerichte den Würfel vorher auftauen und überschüssiges Wasser abgießen.