Fridas Gartenküche
Basilikum
Frisch · würzig · sommerlich
Kaum ein Küchenkraut duftet so unmittelbar nach Sommer wie Basilikum. Schon eine leichte Berührung der Blätter setzt sein warmes, würziges Aroma frei. Hinter dem Namen Basilikum verbirgt sich dabei eine erstaunliche Vielfalt – von großblättrigen Genoveser-Typen bis zu zitronigen, purpurroten und würzigen Varianten.
Fridas Steckbrief
- Botanischer Name
- Ocimum basilicum L.
- Pflanzenfamilie
- Lippenblütler · Lamiaceae
- Lebensdauer
- in Mitteleuropa meist einjährig kultiviert
- Wuchshöhe
- bei gängigen Küchenformen meist etwa 20–60 cm
- Blüte
- meist weiß bis rosafarben oder violettlich, gewöhnlich im Sommer
- Verwendeter Teil
- vor allem frische Blätter und junge Triebspitzen; auch die Blüten sind essbar
- Aroma
- je nach Sorte süßlich-würzig, pfeffrig, nelkenartig, zitronig oder anisartig
- Besonderheit
- Sorten und Typen unterscheiden sich deutlich in Wuchs, Blattfarbe und Aromaprofil
Basilikum ist erstaunlich vielfältig: Nicht jede Pflanze, die im Handel „Basilikum“ heißt, schmeckt oder wächst gleich.
Herkunft & Geschichte
Das heute kultivierte Basilikum besitzt eine lange Nutzungsgeschichte. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt nach heutiger botanischer Einordnung im tropischen und subtropischen Asien bis nach Nordaustralien. Durch jahrhundertelangen Anbau und Handel gelangte Basilikum in viele weitere Regionen.
Im Mittelmeerraum wurde es zu einem festen Bestandteil der Küche und ist heute besonders eng mit italienischen Klassikern wie Pesto, Tomatengerichten und Pasta verbunden. Süd- und südostasiatische Küchen besitzen daneben eigene Basilikumtypen und Zubereitungstraditionen.
Wichtig dabei: Namen wie Thai-Basilikum oder heiliges Basilikum können andere Sorten, Kreuzungen oder sogar andere Ocimum-Arten bezeichnen.
Vom Topf bis zur Ernte
Basilikum im eigenen Garten
Basilikum braucht Wärme, viel Licht und Schutz vor kaltem Wind. Ein sonniger bis sehr heller, geschützter Platz auf Balkon, Terrasse, Fensterbank oder im Gewächshaus ist ideal. Das Substrat sollte locker, nährstoffreich und gut wasserdurchlässig sein.
Aussaat
Basilikum lässt sich ab dem Frühjahr warm im Haus vorziehen. Die Samen keimen bei ungefähr 20 °C gut und werden als Lichtkeimer nur leicht angedrückt. Ins Freie darf Basilikum erst, wenn keine kalten Nächte mehr drohen.
Umpflanzen
Supermarkt-Töpfe enthalten oft sehr viele Sämlinge auf engem Raum. Den Wurzelballen vorsichtig in mehrere Gruppen teilen und in größere Töpfe mit frischem Substrat setzen – so bekommen die Pflanzen mehr Licht, Luft und Wurzelraum.
Pflege
Die Erde gleichmäßig feucht halten, Staunässe aber vermeiden. Am besten morgens direkt auf die Erde gießen. Regelmäßiges Schneiden der Triebspitzen fördert die Verzweigung und einen buschigen Wuchs.
Blüte
Viele Sorten beginnen im Hoch- oder Spätsommer zu blühen. Wer lange zarte Blätter ernten möchte, entfernt Blütenansätze frühzeitig. Einige Blüten dürfen aber bleiben – sie werden gern von Bienen und anderen Insekten besucht.
Ernte
Nicht nur einzelne große Blätter abzupfen, sondern ganze Triebspitzen knapp oberhalb eines Blattpaares schneiden. Dort entstehen neue Seitentriebe – die Pflanze bleibt kompakter und liefert länger frische Blätter.
Frische bewahren
Aroma, Qualität & Aufbewahrung
Das Basilikumaroma entsteht aus einem Gemisch flüchtiger Pflanzenstoffe. Je nach Sorte können unter anderem Linalool, Eugenol und Estragol das Duftprofil mitprägen – von süß und blumig bis pfeffrig, nelkenartig, zitronig oder anisähnlich.
- Kräftige, elastische und unbeschädigte Blätter
- Keine dunklen Druckstellen oder Welke
- Kein sichtbarer Schimmel
- Frischer, sortentypischer Duft
Frisch geschnittene Triebe lassen sich kurzfristig wie ein kleiner Blumenstrauß in Wasser stellen. Für längere Vorratshaltung eignet sich Einfrieren meist besser als Lufttrocknen. In warmen Speisen frisches Basilikum möglichst erst kurz vor dem Servieren zugeben.
Sommeraroma in vielen Varianten
Basilikum in Fridas Küche
Tomate, Salat & Antipasti
Basilikum und reife Tomaten sind eine klassische Sommerkombination. Die Blätter passen außerdem zu Mozzarella, gegrilltem Gemüse, Blattsalaten, Bruschetta und milden Marinaden.
Pesto, Pasta & Saucen
Frisches Basilikum ist die Grundlage für Pesto und verleiht Pasta, Gnocchi, Pizza und hellen Saucen sein typisches Aroma. Möglichst wenig erhitzen und erst zum Schluss unterheben.
Asiatische Küche
Anisartig-würzige Basilikumtypen passen zu Currys, Suppen, Wokgerichten und Reisnudeln. Dafür gezielt Thai-Basilikum oder eine entsprechend ausgewiesene Sorte verwenden.
Früchte, Desserts & Getränke
Basilikum überrascht mit Erdbeeren, Pfirsich, Melone oder Zitrusfrüchten. Fein geschnittene Blätter aromatisieren Obstsalat, Sorbet, Sirup, Limonade und sommerliches Wasser.
Schon gewusst?
Basilikum ist nicht gleich Basilikum
Großblättriges Genoveser Basilikum, kleinblättriges Buschbasilikum, rotes Basilikum, Zitronenbasilikum und Thai-Basilikum können sich in Wuchs, Blattfarbe und Aroma stark unterscheiden. Hinter Handelsnamen stehen zudem nicht immer dieselbe Sorte oder dieselbe botanische Zuordnung.
Für die Küche lohnt deshalb ein Blick auf das Etikett: Der botanische Name verrät oft mehr als der deutsche Verkaufsname allein.
Traditionelle Pflanzenkunde
Traditionelle Verwendung & Gesundheit
Basilikum wurde in verschiedenen Kulturkreisen traditionell auch bei Verdauungsbeschwerden und für weitere gesundheitliche Zwecke verwendet. Solche Überlieferungen sind jedoch kein Nachweis einer medizinischen Wirksamkeit. In Fridas Gartenküche steht deshalb die Verwendung als aromatisches Lebensmittel im Vordergrund.
Basilikum kann natürlicherweise Stoffe wie Estragol und Methyleugenol enthalten, deren Gehalte je nach Sorte und Produkt schwanken. Ätherisches Basilikumöl, hoch konzentrierte Extrakte oder Nahrungsergänzungsmittel sind nicht mit der üblichen Verwendung frischer Basilikumblätter in der Küche gleichzusetzen und sollten nicht eigenständig als Heilmittel dosiert werden.
Fridas Tipp
Schneiden statt zupfen
Ernte Basilikum als kleine Triebspitze direkt oberhalb eines Blattpaares. Aus den beiden Blattachseln wachsen neue Seitentriebe – und aus einem langen, dünnen Stängel wird nach und nach eine buschige Pflanze.
Extra für gekaufte Töpfe: Stehen sehr viele Pflänzchen dicht an dicht, den Ballen vorsichtig in drei oder vier Gruppen teilen, getrennt eintopfen und erst nach dem Anwachsen kräftiger beernten.